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Sind die Gerichte auch für die Prävention einer Prostatakrebserkrankung geeignet? Grundsätzlich haben wir uns für "Essen fast wie gewohnt" mit der Literatur beschäftigt, die einen bereits vorhandenen Prostatatumor thematisiert: Die Frage war: Gibt es Daten zu bestimmten Lebensmitteln/-Inhaltsstoffen, die Einfluss auf das Fortschreiten der Erkrankung haben? Dies ist Tenor des Buches. Allerdings sind die Rezepte auch nicht gänzlich ungeeignet für die Prävention einer Prostatakrebserkrankung. Wissenschaftliche Daten zeigen, dass bei vermehrtem Verzehr von Lycopin (in Tomaten), fettem Seefisch und Brokkoli/Blumenkohl das Risiko für die aggressive/metastasierte Form des Prostatakrebses reduziert werden kann - das Erkrankungsrisiko allgemein ist allerdings davon unbeeinflusst. (Hier geht´s zur Literatur) Es ist relativ schwer, GEZIELT Prävention zu betreiben, denn Sie wissen ja nicht, ob und wenn ja, welchen Tumor Sie einmal bekommen. Ganz besonders wichtig präventiv aktiv zu werden ist es daher für Männer, bei denen Prostatakrebs in der Familie bekannt ist, denn diese stehen unter erhöhtem Risiko.
Kann Granatapfelsaft den PSA-Wert erhöhen bzw. kann durch die vorübergehende Senkung des PSA-Wertes eine weitere Ausbreitung des Karzinoms verschleiert werden? Unseres Wissens gibt es keine ernstzunehmende wissenschaftliche Veröffentlichung, in der beschrieben wird, dass die Einnahme von Granatapfelsaft den PSA-Wert nach oben treibt. In unserem Buch beziehen wir uns auf die Studie von Pantuck et al. aus dem Jahre 2006 (hier geht´s zur Literatur). Hier konnte eine Verringerung des PSA-Anstieges nach Einnahme von Granatapfelsaft beobachtet werden. Nach unserer Erkenntnis gibt es derzeit nur die Pantuck-Studie an die wir uns halten können. Danach ist nichts publiziert worden, was diese Studie in Frage stellen würde oder z.B. zeigen würde, dass die Verlangsamung des PSA-Anstieges von Nachteil für den Patienten wäre (z.B. durch Verschleierung des wahren Krankheitsbildes). In der Untersuchung von Pantuck et al. wurden zusätzlich Laboruntersuchungen mit dem Blut der Studienpatienten gemacht. Hier wurde gesehen, dass Prostatakrebszellen, die mit Patientenblut versetzt wurden, in ihrem Wachstum gehemmt wurden. Diese Beobachtung spricht unseres Erachtens gegen eine Verschleierung eines Tumorprogresses.
Woher kommt die generelle Empfehlung, rotes Fleisch zu meiden? Und welche Fleischarten gehören überhaupt zu den roten Fleischarten? Grundsätzlich unterscheidet man rotes Fleisch (Schwein, Kalb, Rind, Lamm, Wild) und weißes Fleisch (Hähnchen, Pute). Da rotes Fleisch einen hohen Eisenanteil hat, wird vermutet, dass dadurch oxidative Prozesse begünstigt werden und somit die Zellen geschädigt werden. Außerdem können bei der Fleischzubereitung sogenannte heterozyklische Amine entstehen, die die Entstehung einer Krebserkrankung begünstigen können. Für Darmkrebs wurde beispielsweise gezeigt, dass rotes Fleisch das Erkrankungsrisiko deutlich erhöhen kann. Die Unterscheidung in rotes und weißes Fleisch ist allerdings nur eine Betrachtungsweise. Eine andere Einteilung der Fleischarten ist die Betrachtung des Gehalts an Arachidonsäure – eine Omega-6-Fettsäure, die das Tumorwachstum und somit den Progress der Erkrankung begünstigen kann. Unseres Erachtens ist diese Einteilung anhand des Arachidonsäuregehalts für Patienten mit Prostatakrebs weitaus wichtiger. Dabei spielt das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren eine wichtige Rolle. Daher auch unsere Empfehlung, deutlich mehr Fisch als Fleisch zu essen.
Mir wurde von anderer Quelle empfohlen, auf Kuhmilchprodukte zu verzichten. Was hat es mit der Empfehlung auf sich? Dieser Rat scheint zwei Hintergründe zu haben: zum einen geht es hier um das Kalzium, zu anderen um IGF-1 (Insulin like growth factor 1). Zunächst zum Kalzium: Es gibt Studien, die zeigen, dass eine extrem hohe Zufuhr an Kalzium (mehr als 1500 mg/Tag aus Milchprodukten und Kalziumtabletten), das Risiko einer Prostatakrebserkrankung erhöhen kann. Vermutlich liegt das allerdings nicht an den hohen Mengen Kalzium, sondern an den dadurch niedrigeren Vitamin D-Spiegeln. Für eine gute Knochenstabilität benötigt der Körper aber ausreichend Kalzium, daher ist es wichtig den Bedarf zu decken. Allerdings ist es ebenso wichtig, auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D zu achten. Zum IGF-1: Hohe Level an IGF-1 werden mit einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs in Verbindung gebracht. Eine relevante Aufnahme über die Milch halten wir allerdings für nicht gegeben. IGF-1 ist ein Peptidhormon – ein Eiweiß, das im Magen-Darm-Trakt größtenteils verdaut wird. Sollte IGF an Casein gebunden und somit geschützt sein und dann aufgenommen werden, so ist viel mehr von einer Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt auszugehen, nicht aber auf Gewebe wie die Prostata. Mit einer nicht zu hohen Zufuhr an Kalorien und regelmäßiger Bewegung steigt der Level an IGF-1 nicht so stark an.
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